Tipp des Monats
Recht: Sinn und Zweck von Pro-forma-Rechnungen
Eines vorweg, eine Pro-forma-Rechnung
ist lediglich ein Beleg. Als Kopie der endgültigen
Rechnung dient sie z. B. dazu,
den Warenwert einer Lieferung für steuerliche
und/oder zollrechtliche Belange
zu deklarieren.
Häufig werden Pro-forma-
Rechnungen außerdem ausgestellt,
um einen Akkreditiv zu beantragen.
Auch wenn in diesen Kopien Adress- und
Kontodaten des Lieferanten und oft auch
die Anschrift des Kunden, die Lieferkonditionen,
Zahlungsbedingungen und Preise
angegeben sind, dürfen sie nicht als
Zahlungsaufforderungen missverstanden
werden.
Rein rechtlich gesehen sind sie
nämlich nichts anderes als Auftragsbestätigungen.
Lax umgehen sollte man mit
ihnen aber dennoch nicht. Denn bewusste
Falschangaben werden bußgeld- oder
strafrechtlich verfolgt.
Vertragsmanagement: Verkürzung der Verjährungsfrist
Anders als Otto Normalverbraucher bei seinem Autoeinkauf können Unternehmen die Verjährungsfrist grundsätzlich verkürzen (§ 309 Nr. 8 ff. BGB).
Von Gerichten allgemein anerkannt sind per AGB festgeschriebene Verkürzungen auf 1 Jahr. Kniffliger wird`s jedoch bei noch kürzeren Fristen,
beispielsweise von 6 Monaten. Hier hat sich die Rechtsprechung noch nicht zu einer einheitlichen Meinung durchgerungen. Ein maßgebliches
BGH-Urteil gibt es dazu noch nicht. So oder so: In jedem Fall ist zu beachten, dass jede Verkürzung der Verjährung zugleich auch eine
Haftungsbeschränkung nach sich zieht.
Diese Beschränkung ist jedoch gemäß § 309 Nr. 7a und 7b BGB bei Ansprüchen unzulässig, die den "Ersatz von Körper- und Gesundheitsschäden
beinhalten oder auf Vorsatz bzw. grobe Fahrlässigkeit beruhen". Ein Faktum, das Sie bei der Formulierung von Verjährungsfristen in Ihren AGBs unbedingt
beachten sollten.
Expertennetzwerk: Wertvolle Kontakte als Einkäufer knüpfen
Wen könnten Sie jetzt sofort anrufen, um Insiderwissen über spezielle Lieferanten, Branchen oder Ihre wichtigsten Beschaffungsmärkte zu erhalten? Do-it-yourself- und Einzelkämpfer- Verhalten bringen meist nur begrenzte Erfolge. Beruflich wertvolle Bekanntschaften lassen sich praktisch überall schließen - klopfen Sie einmal alle geschäftlichen und privaten Anlässe im Laufe eines Jahres danach ab.
Die Frage "Was machen Sie beruflich?", gestellt an der Seitenlinie während des Fußballspiels Ihrer Tochter, wäre ein guter Anfang. Auch im neu gestalteten "
FORUM BESCHAFFUNG" können Sie schnell, einfach, bequem und kostenfrei vom Schreibtisch aus Kontakte zu anderen Einkaufskollegen knüpfen.
Vertragsmanagement: Nachfristen selbst vereinbaren
Sie profitieren von 5 Vorteilen:
In Sachen Nachfristen bieten die geltenden
Gesetze für Einkäufer wenig bis gar
keine Hilfen. Beispielsweise ist bei ihnen
nichts Genaues darüber zu finden, wie
viele Tage Nachfrist im Falle eines Lieferverzugs
oder eines Sachmangels angemessen
sind. Im Ernstfall müssen Sie als
Einkäufer oder Einkäuferin also selbst
entscheiden, mit welchen Maßnahmen
Sie dieses Dilemma aus dem Weg räumen.
Um von vornherein Probleme auszuschließen,
empfehlen wir Ihnen, schon
bei den Verhandlungen individualvertragliche
Absprache mit dem Lieferanten zu
treffen, etwa durch Klauseln wie:
- Für alle Lieferungen wird im Falle
des Verzugs eine Frist zur Nachlieferung
von 2 Arbeitstagen vereinbart.
- Für behebbare Sachmängel wird eine
Frist zur Nacherfüllung von 3 Arbeitstagen
vereinbart. Nach einem erfolglosen
Nacherfüllungsversuch gilt
die Nacherfüllung als fehlgeschlagen.
Praxis-Tipp: A-Lieferanten besuchen
Sie profitieren von 5 Vorteilen:
- Die "Schreibtisch-Lieferantenbewertung"
wird bestätigt oder korrigiert.
- Die Geschäftsbeziehung wird persönlicher
und kann so nutzbringend
vertieft werden.
- Der Einkauf zeigt deutlich Interesse
an dem Lieferpartner.
- Sie schätzen die Leistungskraft des
Lieferanten besser ein, wenn Sie
seine Prozessketten kennen.
- Sie spüren und sehen, welcher
"Geist" zurzeit durch das Haus des
Lieferanten weht.
Beachten Sie: Egal, was Sie im Einkauf
planen und durchführen,
denken Sie an das wichtige Ziel:
ein positives
und kompetentes Image.
Die besten Websites für Einkäufer
www.ek-unico.de
Größte Einkaufsgemeinschaft im deutschen
Gesundheitsmarkt. So vertritt
die EK-UNICO momentan 300 Fachkliniken
und mehr als 240 Institute in
den angeschlossenen Mitgliedshäusern.
www.chemion.de
Logistikspezialist für die Chemiebranche.
Die Firma wurde 2001 aus dem
Bayer-Konzern ausgegliedert.
www.hrgworldwide.com
Die Hogg Robinson Group (HRG) ist
ein preisgekrönter internationaler Geschäftsreisedienstleister.
Als regional
aufgestelltes Unternehmen agiert
HRG in 5 auf die Logistik und Kostenkontrolle
von Geschäftsreisen spezialisierten
Geschäftsfeldern. Das Unternehmen
besitzt über 60 Jahre Erfahrung
im Geschäftsreise-Management
(Corporate Travel Management).
www.farnell.de
Farnell, gegründet 1939, ist ein weltweit
führender Distributor für elektronische,
elektrische, Industrie-, Instandhaltungs-
und Betriebsprodukte ohne
Mindest- oder Mindermengenzuschlag.
Sie haben einen schnellen und
einfachen Zugang zu über 362.000 auf
Lager liegenden Produkten, 24 Stunden
am Tag, 365 Tage im Jahr.
www.linkedin.de
Das Business-Netzwerk Xing bekommt
nun auch in Deutschland Konkurrenz
vom amerikanischen Weltmarkt-
Führer LinkedIn. LinkedIn wurde
wie Xing ebenfalls 2003 gegründet.
Eine starke Formulierung
Suggestivfragen gelten als unfair und
ungeschickt. Suggestive Aussagen
(Statements) sind da wesentlich hilfreicher,
wenn es darum geht, den Verkäufer
zu beeinflussen.
Beispiel: "Sie wissen genau wie ich,
dass die Herausforderungen in diesen
Zeiten nicht mehr mit den herkömmlichen
Methoden gelöst werden können."
Sie können daraus auch sehr
schön eine Ich-Botschaft machen:
"Ich glaube, dass die Herausforderungen
in diesen Zeiten nicht mehr mit
den herkömmlichen Methoden gelöst
werden können."
Lieferanten-Risiko-Management
Besitzen Sie ein
Frühwarnsystem für
Lieferanten-Ausfälle? Was würde passieren,
wenn plötzlich einer Ihrer
Hauptlieferanten die Segel streicht?
Das Einschätzen des Lieferantenrisikos
auf der Basis von Vergangenheitswerten
wie Bilanzkennzahlen reicht
oft nicht aus. Klassische Rating-Agenturen,
die ihre Kennziffern nur aus Bilanzen
bilden, helfen da kaum weiter.
Besser ist es, rechtzeitig zu erfahren,
wann ein Lieferant seine Rechnungen
bei seinen eigenen Vorlieferanten nicht
mehr oder plötzlich deutlich verspätet
bezahlt.
Mit den D&B-Scores ist eine
ständige
Lieferanten-Überwachung
möglich. D&B erfasst mit seinem
Zahlungserfahrungspool DunTrade
jährlich allein in Deutschland über 500
Millionen Rechnungen und kontrolliert
deren Bezahlung.
Infos:
www.dnbgermany.de
Niedriglohnland-Lieferanten entwickeln
Bevor deutlich niedrigere Einkaufskosten
zu Buche schlagen, müssen Sie
einen neuen LCC-Lieferanten auf
"Herz und Nieren" prüfen. Die Frage
"Kann er das Produkt in der geforderten
Qualität fertigen?" greift viel zu
kurz. Sie müssen zusätzlich die "Filter"
finanzielle Stabilität, vorhandene
IT-Landschaft, globale Logistikprozesse
und die Abwicklung des Vorlieferanten-
Managements untersuchen. Mit
dem Zusenden von Spezifikationen
oder Qualitätssicherungsvereinbarungen
ist es keinesfalls getan.
Tagespreise reduzieren
Tagespreise, egal für welches
Produkt, stehen einem systematischen
Konditionen-Management im
Wege. Das Feilschen in diesen Märkten
hat Tradition – bei vielen Gütern
(frische Lebensmittel, Blumen) sogar
seit Jahrhunderten. Dort neue Verhandlungsspielregeln
einzuführen ist natürlich sehr schwierig.
Genau das müssen Sie jedoch bei Ihren Lieferanten
erreichen. Diese müssen sich von
Ihren alten Mustern lösen.
Verhandlungserfolg hat viel mit
Marktmacht und dem Wettbewerb zu
tun. Können Sie sich vorstellen, wie
die großen Lebensmittelhändler, zum
Beispiel Aldi oder Edeka, das Fleisch
einkaufen?
Ziehen Sie die ständigen Tagespreis-
Verhandlungen mit Ihren Lieblings-
Fleischlieferanten in einen größeren
zeitlichen Kontext. Aus der Jahresperspektive
betrachtet kaufen Sie bei diesen
Lieferanten eine bestimmte Tonnage
Fleisch. Diese Jahresmenge
kommt durch viele kleine Geschäfte
zu Tagespreisen (um die dann auch
noch jedes Mal gefeilscht wird) zu
Stande. Ein Anfang für neue Spielregeln
wäre das Vereinbaren einer Bonus-
Staffel, die beim Erreichen bestimmter
Mengen greift. Justieren Sie
die Staffel auf der Basis des letzten
Jahres oder auf den Durchschnittsmengen
der letzten Jahre.
Rezession erfordert stabile Preise
Im B2B-Geschäft ist die
Preisverteidigung
wichtiger als die Kundensicherung.
Gemäß einer aktuellen Befragung
der Preisberater von Simon-Kucher
& Partners unter mehr als 80 Senior-
Managern der Chemie- und Baubranche
steht die Sicherung der Marge
im Zentrum des Krisenmanagements.
So gehört die Stabilisierung des Preises
– neben Kostensenkungen – zu
den dringendsten Aufgaben der Marketing-
und Vertriebsmanager.
Zur Verteidigung des Preises sehen die
befragten Manager diverse Maßnahmen
wie:
- Aufrüsten des Angebots durch
Mehrwerte in Produkt und Service
- Herauslösen von Services aus dem
Angebot und separates Verrechnen
im Bedarfsfall
- "Entfeinerung" von Produkten und
Angebot von preiswerteren Alternativen
"Es ist geschickter,
Preisalternativen
anzubieten, als den Preis zu senken",
so Andrea Maessen von Simon-Kucher.
Direkte Maßnahmen zur Preissicherung
sollten die Listen- und Bruttopreise im
Markt unverändert lassen. Zugeständnisse
dürfen nur in Ausnahmefällen
eingesetzt werden. Laut Maessen sollten
sie "nur verdeckt, wenn möglich in
Form von Naturalrabatten gemacht
werden". Außerdem setze sich bei
Preiszugeständnissen meist eine fallende
Preisspirale in Gang.
Buchtipp
Ronald Bogaschewsky u. a.: "Supply
Management Research – Aktuelle Forschungsergebnisse 2008 "
Gabler Verlag, 2009, 232 Seiten,
broschiert, ISBN 3-8349-1458-3, (in Englisch)
Preis: 49,90 €
Unser Urteil: Interessant für alle, die
an den wissenschaftlichen Fortschritten
im Forschungsfeld Supply Management
interessiert sind. Das Buch
enthält 8 Beiträge, zum Beispiel:
- "Organisationskosten im Einkauf"
- "Risiko bankrotter Bieter bei Auktionen"
Jetzt die Weichen stellen
Rezessionen sind gute Gelegenheiten,
tradierte Einstellungen und Verhaltensweisen
rasch "über Bord zuwerfen".
Verkauf und Einkauf, die beiden betriebswirtschaftlichen
Pole, stehen
jetzt klar im Fokus. Werden Sie deswegen
sofort aktiv, um sich von der
Geschäftsleitung einige Projekte absegnen
zu lassen.
Beispiele:
- die Einkaufsorganisation verändern
- interne Verteilung der Einkaufsverantwortung ändern (Maverick Buying abschaffen)
- verstärkt Einkaufsdienstleister nutzen
- das Einkaufscontrolling ausbauen
- Lieferantenaktionen starten
- Einkaufskostentransparenz durch Preis- und Kostenstrukturanalysen vergrößern
Beachten Sie: Der Mensch ist am
ehesten zu Veränderungen bereit,
wenn er durch "Schmerzen" aus seiner
Komfortzone geholt wird.
Die besten Websites für Einkäufer
www.expensereduction.com
Externer Einkaufsdienstleister seit
1992. Er analysiert und reduziert die
nichtstrategischen Kosten mittelständischer
und großer Unternehmen. Die
Honorierung erfolgt auf der Basis der
erzielten Einsparungen.
www.energie-consulting.com
Ein Dienstleister für den Energieeinkauf
für große und mittelständische
Unternehmen. Die Firma ist 1986 aus
der Energieabteilung der Badische
Stahlwerke GmbH hervorgegangen.
Für Kunden in Deutschland und
Europa wird der Einsatz und Einkauf
von rund 13.000 GWh Strom und rund
12.000 GWh Erdgas betreut.
www.conliance.de
Ein Optimierer für die Bereiche Telekommunikation,
IT und Prozesse. Die
Dienstleistungen für Mobil- und Festnetztelekommunikation
sind:
- Prüfung der aktuellen Daten
- Schaffung von Transparenz
- Optimierung der Tarife und Optionen
- Verwaltung aller Verträge
- exaktes Reporting aller monatlichen Vorgänge
- Kosteneinsparung durch optimierte Telefonie- und Prozesskosten
www.geschaeftsreiseanalyse.de
Homepage des Verband Deutsches
Reisemanagement e.V. (VDR). Als
Mitglied können Sie eine umfassende
Palette von Einkaufsvorteilen zur Senkung
der Reisekosten nutzen.
www.ost-ausschuss.de
Kompetenzcenter der deutschen Wirtschaft
für die schwierigen Märkten
Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien,
Kaukasus, Baltikum und Südosteuropa.
Der Ostausschuss ist ein
Gemeinschaftsorgan der Spitzenverbände
und älteste regionale Initiative
der deutschen Wirtschaft (seit 1952).
Erwiderungen auf das Verkäufer-Nein
Der Trick, Sprachlosigkeit in Verhandlungen
zu vermeiden, ist einfach. Sie
müssen für Standardsituationen eine
oder sogar mehrere fertige Formulierungen
parat haben. Schreiben Sie diese
auf und nehmen Sie sie mit in die
Verhandlung. Im Notfall können Sie
vorher noch einmal auf Ihren "Spick -
zettel" schauen.
Eine solche Standardsituation ist das
Nein des Verkäufers. Hier ist ein Formulierungsvorschlag,
der dem Verkäufer
das Wesentliche vor Augen führt:
- "Wenn Sie etwas verkaufen wollen,
dann ist das Nein die falsche Formulierung."
Alternativen:
- "Wenn Sie den Auftrag (heute) haben
wollen, dann ist das Nein die
falsche Wortwahl."
- "Wenn Sie das Geschäft einem anderen
abjagen wollen, dann ist das
Nein die falsche Haltung."
Beachten Sie: Das Nein kann selbstverständlich
durch jede andere Verkäufer-
Aussage ersetzt werden.
Sie nehmen durch die obige Wortwahl
direkten Bezug auf die Verkäuferaussage
und spielen ihm den Ball wieder
zurück.
Info-Defizite beseitigen
Einem großen Teil der Beschaffungsabteilungen
muss eine miserable Informationsversorgung
attestiert werden.
Häufig klaffen dabei die Selbstund
Fremdwahrnehmung erheblich
auseinander. Vielen Fach- und Führungskräften
ist gar nicht bewusst, wie
groß die Wissens- und Informationsdefizite
tatsächlich sind. Zwar wird
durch den Zugriff auf das Internet die
ständige Informationsverfügbarkeit
suggeriert, in der Praxis sieht es aber
ganz anders aus. Die Zahlen, Daten
und Fakten, die gerade gebraucht werden,
sind nicht oder nur bruchstückhaft
vorhanden. Beispielsweise fehlen
häufig die Detail-Kenntnisse über Einkaufsdienstleister,
psychologische Gesetzmäßigkeiten
für Kommunikation/
Verhandlung, Rohstoff- und Vormaterialmärkte,
Kostenstrukturen der Lieferanten
sowie moderne Einkaufsmethoden
und -techniken.
3 Buchtipps
1. Gerhard Gieschen:
"99 Tipps zur Kostensenkung –
Endlich mehr Gewinn"
Cornelsen, 2007
176 Seiten, broschiert
ISBN 3-589-23575-9
Preis: 14,95 €
Unser Urteil: Es ist zurzeit sehr hilfreich,
viele Ideen zu diesem Thema zu
kennen. Hier werden die typischen
Kostentreiber in einem Unternehmen
identifiziert und Lösungswege aufgezeigt.
Jeder Kostensenkungsvorschlag
wird zusätzlich nach Umsetzungsaufwand,
Zeitbedarf und Ertragspotenzial
bewertet. Eine echte Hilfe, wenn Sie
eine Vorschlagsliste für Ihren Chef erarbeiten
wollen.
2. Harry Zingel:
"Kosten- und Leistungsrechnung"
Wiley Verlag, 2008
350 Seiten, broschiert
ISBN 3-527-50388-9
Preis: 29,90 €
Unser Urteil: Erfolgreiches Einkaufen
ohne detaillierte Kenntnis der Kostenund
Leistungsrechnung ist undenkbar.
Ein umfassendes Buch zum Selbststudium
mit zahlreichen Praxisbeispielen
und 21 Aufgaben. Alles ist drin: Kostenarten-,
Kostenstellen-, Kostenträgerrechnung,
Kalkulation, Betriebsabrechnungsbogen,
Maschinen-, Teil-, Planund
Prozesskostenrechnung.
3. Wolfgang Münchau:
"Kernschmelze im Finanzsystem"
Hanser Verlag, 2008
240 Seiten, gebunden
ISBN 3-446-41847-9
Preis: 21,90 €
Unser Urteil: Dieser Titel ist eine
komplett überarbeitete und aktuelle
Neuauflage des Buches "Vorbeben":
Es liefert eine klare und für jeden verständliche
Analyse der Krise und zeigt,
worauf wir uns in der Zukunft einstellen
müssen. Die schwerste Finanzkrise
seit 80 Jahren hat die Welt in ihren
Grundfesten erschüttert, mit unabsehbaren
Folgen für alle. Der Autor ist Direktor
des Wirtschaftsinformationsdienstes
"Eurointelligence.com". Er
war einer der Gründer der "Financial
Times Deutschland" und deren Chefredakteur
Eigentum absichern
Ansprüche gegenüber der Insolvenzmasse
zu stellen ist sehr häufig aussichtslos.
Bei Werkzeugverträgen müssen
Sie daher klar und präzise vereinbaren,
dass das Werkzeug Ihr Eigentum
(das des Kunden) ist und nicht Eigentum
des Lieferanten wird. Unverzichtbar
ist auch, dass Sie das Werkzeug
als Ihr Eigentum kennzeichnen.
Führen Sie zusätzlich genau Buch darüber,
welche Dokumente, Werkzeuge,
Maschinen, beigestellten Materialien
etc. sich beim Lieferanten befinden.
Das erleichtert und beschleunigt den
Herausgabeanspruch gegenüber dem
Insolvenzverwalter erheblich.
Die besten Websites für Einkäufer
www.kostal.com
Familienunternehmen seit 1912 mit
Stammsitz in Lüdenscheid. In erster
Linie entwickelt und produziert die
Unternehmensgruppe technologisch
anspruchsvolle elektronische und elektromechanische/
mechatronische Produkte.
Bedeutende Industrieunternehmen
– insbesondere alle weltweit führenden
Automobilhersteller und deren
Zulieferer – gehören zu den Kunden.
Die KOSTAL-Gruppe gliedert sich in
die 4 Geschäftsbereiche Automobilelektrik,
Industrieelektrik, Kontaktsysteme
und Prüftechnik.
www.eprolog.de
Die eprolog group ist ein großer unabhängiger
Einkaufsdienstleister in
Europa mit einer Marktmacht von
knapp 5 Mrd. €, mehr als 4.000 verhandelten
Verträgen, 200 Kunden und
über 100 Mitarbeitern. Mit einem
breiten Spektrum an Preis- und Vertragsmodellen,
strategischen Einkaufs -
allianzen auch für Produktionsgüter
und Rohstoffe sowie Lieferantenkontakten
in alle Welt und Branchen werden
Beschaffungskosten sofort und
nachweislich gesenkt.
www.meyerberatung.de
Externer Spezialist für den IT-Einkauf
– mit dem speziellen Fokus auf
Telekommunikationseinkauf (Mobilfunkeinkauf,
Festnetzeinkauf, VoIP,
UMTS, Hotspot). Wussten Sie, dass es
in Deutschland mehr als 8.000 Handytarife
gibt? Und verwundert Sie es,
dass kaum ein Unternehmen dabei
noch den Überblick behält?
www.baytech-akademie.de
Vom 20.11.2009 bis zum 31.3.2010
findet der berufsbegleitende Weiterbildungslehrgang
Einkaufscontrolling
statt. Dabei werden folgende Themen
konkret behandelt:
- Einkaufscontrolling-Grundlagen
- Einkaufsstrategien
- Einkaufserfolgsmessung
- Einkaufsplanung
- Spend- und Potenzialanalyse
- Fallstudien
Die Lehrgangskosten betragen 3.400 €.
Mehr Mitarbeiter-Engagement
Die Universität Siegen hat auf dem
deutschen Arbeitsmarkt 500 Mitarbeiter
im klassischen Angestelltenverhältnis,
auf Teilzeitbasis und selbstständig/
freiberuflich arbeitend befragt.
Das Ergebnis: Verpflichtung, Engagement
und Motivation gegenüber dem
Arbeitgeber sind bei nichtklassischen
Angestellten größer. Die Wissenschaftler
vermuten, dass Selbständige
versuchen, den Verlust betrieblicher
Anbindung durch mehr Leistung auszugleichen.
Das ist aber nur dann der
Fall, wenn ein Mindestmaß an Autonomie
und Sicherheit von Aufträgen
von Seiten des Arbeitsgebers garantiert
ist. Unter Leistungsgesichtspunkten
ist es also sinnvoll, Teams durch
selbständige Kräfte zu ergänzen.
Handeln fördert das Ansehen
Führungskräfte werden danach beurteilt,
ob sie gute Entscheidungen treffen
können. Für die Außenwirkung einer
Führungskraft ist aber ein anderer
Punkt entscheidend: Wer handelt, wird
von anderen Führungskräften und Mitarbeitern
als willensstark und durchsetzungsfähig
betrachtet.
US-Psychologen fanden in Studien heraus,
dass Macher als kompetenter
und wissender beurteilt werden. Trotzdem
müssen Sie vorher die Handlungsalternativen
prüfen. Tauchen
nach Ihren Entscheidungen zu häufig
negative Folgen auf, verpufft der positive
Macher-Effekt sehr schnell.
Der Händedruck-Eindruck
Ein kurzer fester Händedruck erhöht
die Sympathie und die Erfolgschancen
– bei Männern wie Frauen. Jeder
kennt das (unangenehme) Gefühl von
(feuchten) schlaffen Fingern in der eigenen
Hand. Unabhängig von Aussehen
und Kleidung beeinflusst der Händedruck
die Bewertung einer Person
nachhaltig. Bei Frauen führt ein fester
Händedruck sogar zu deutlicheren Ergebnissen
als bei Männern. Das fanden
Forscher an der Uniiversity of
Iowa heraus. Mit einem kurzen festen
Händedruck verbindet das Gegenüber
unbewusst positive Eigenschaften wie
Überzeugungskraft, Geselligkeit,
Freundlichkeit und Dominanz.
Liefertermin-Management
Wie Sie auch solch eine Formulierung bei einer Auftragsbestätigung reagieren:
"Wir sind bemüht, den oben genannten
Liefertermin einzuhalten, weisen jedoch
ausdrücklich darauf hin, dass der
genannte Liefertermin unverbindlich
ist und Regressansprüche aufgrund
verspäteter Anlieferung insoweit ausgeschlossen
sind."
Antwort: Sie müssen dafür sorgen,
dass diese Formulierung aus den Auftragsbestätigungen
verschwindet. In
einer laufenden Geschäftsbeziehung
besteht sonst die Gefahr, dass Sie diese
Freizeichnungs-Klausel stillschweigend
akzeptieren. Da gibt es offensichtlich
Gesprächsbedarf. Ein Lieferant,
der im Jahr 2009 keine Liefertermine
verbindlich bestätigen kann oder
will, ist gelinde ausgedrückt ein netter
Versuch. Das ist praktisch so, als wenn
Sie einen Arzttermin vereinbaren und
Ihnen gleichzeitig mit der Zusage mitgeteilt
wird, dass der Arzt aber dann
möglicherweise nicht da ist.
Schließen Sie mit diesem Lieferanten
einen schriftlichen Rahmenvertrag für
alle zukünftigen Geschäfte, in dem Sie
grundsätzlich verbindliche Liefertermine
vereinbaren. Legen Sie genau
fest, was er wie in der Auftragsbestätigung
zum Liefertermin schreiben
muss. Ist die oben genannte Freizeichnungsklausel
fest in das Auftragsbestätigungs-
Formular eingedruckt, kann
sie auch durch den Rahmenvertrag generell
außer Kraft gesetzt werden. Formulierungsvorschlag:
Die Klausel xy
(genauen Wortlaut nennen) ist in sämtlichen
Auftragsbestätigungen unwirksam.
Das angegebene Lieferdatum gilt
als kalendermäßig bestimmbarer und
verbindlicher Liefertermin.
Am besten verhandeln Sie mit dem
Lieferanten auch noch über eine Vertragsstrafenregelung.
3 Buchtipps
1. Philipp Dickmann:
Schlanker Materialfluss
Springer Verlag, 2. Aufl. 2009
529 Seiten, gebunden
ISBN 3-540-79514-8
Preis: 64,95 €
Unser Urteil: Ein Wegweiser für
Praktiker. Der Erfolg des Toyota-Produktionssystems
basiert auf der langfristigen
und fachübergreifenden Lean-
Umsetzung im gesamten Unternehmen.
Kapitel 4 beschäftigt sich ausführlich
mit dem Thema Supply Chain Management
(SCM) mit Kanban.
2. Hermann Scherer:
Jenseits vom Mittelmaß
Gabal Verlag, 2009
351 Seiten, gebunden
ISBN 3-89749-910-2
Preis: 49 €
Unser Urteil: Ein ungewöhnliches
Buch, von dem sich nicht nur Führungskräfte
in Marketing und Verkauf
inspirieren lassen können. Es zeigt den
Live-Erfolgsvortrag von Hermann
Scherer mit allen Folien. In 25 thematischen
Modulen (z. B. Überzeugungskraft,
Verkaufspsychologie und Verhandeln)
hat Scherer zahlreiche Fallbeispiele
und eindrucksvolle Best-
Practice-Er fah rungen für Unternehmenserfolg
zusammengestellt.
3. Nassim N. Taleb:
Der schwarze Schwan
Hanser Verlag, 2008
456 Seiten, gebunden
ISBN 3-446-41568-8
Preis: 24,90 €
Unser Urteil: Wer weiß, dass es
schwarze Schwäne gibt, vertraut keinem
Experten mehr. Der Querdenker
schildert sehr amüsant die Einflüsse
unerwarteter Ereignisse auf Wirtschaft,
Finanzmärkte und Gesellschaft. Auf
seiner Liste der 9 größten weltweiten
Risiken für uns setzte er Die Stabilität
des Finanzsystems wird durch Derivate
(Futures, Optionen …) bedroht. Auf
Platz 2 hinter dem globalen Terrorismus.
Auf Platz 3: Die Schere zwischen
Arm und Reich ist eine Zeitbombe.
4. Die geopolitischen Spannungen
nehmen zu.