Entwicklungen bei Agrarrohstoffen: Weizen, Baumwolle und Lebendrind

Donnerstag, 29.03.2012, veröffentlicht unter "Rohstoffeinkauf" auf www.einkaufsmanager.net
In der vergangenen Woche zeigten meine Redakteurskollegen von Rohstoffeinkauf aktuell am Beispiel Mais auf, warum bei vielen Agrarrohstoffen "die Hütte brennt". Wie die Lage bei Weizen, Baumwolle und Lebendrind aussieht, erfahren Sie heute:

Grundnahrungsmittel Weizen

Anders als Mais, Zucker oder Sojabohnen ist das am zweithäufigsten angebaute Getreide der Welt (Anbaufläche rund 224 Mio. ha) noch ein reiner Agrarrohstoff. Die Verwendung als Energieträger ist bislang über ein Forschungsstadium nicht hinausgekommen und so geht die globale Jahresernte außer an die Futtermittelproduktion beinah vollständig in die Nahrungsmittelherstellung.

Als Brotgetreide ist Weizen in vielen Ländern das Grundnahrungsmittel schlechthin. Es deckt etwa 20 % des Kalorienbedarfs der gesamten Weltbevölkerung.

Ausblick: Preisentwicklungen dürften deshalb auch in Zukunft von fundamentalen Faktoren wie Witterungseinflüssen abhängig sein.

Baumwolle ist bei Textilien wieder die Nummer 1

Bio-Boom und Ökobewusstsein haben die Baumwollproduktion explodieren lassen – und die Preise auch. Hauptabnehmer sind mit 75 % zwar nach wie vor die Textilfabriken, immer mehr Material wandert als Verstärkungsfaser aber in duroplastische Hightech-Verbundstoffe (Kfz-Teile, Abdeckhauben u. Ä.), mit der Folge, dass sich die Preise von Juli 2010 bis Juli 2011 vervierfachten.

Das ist ein Auftrieb, den es an der wichtigsten Baumwollbörse der Welt, der New York Board Trade (NYBOT), in den vergangenen 150 Jahren nicht mehr gegeben hatte.

Preisanpassungen bei Lebendrind

Während sich die Notierungen am größten Handelsplatz für Lebendrinder, der Chicago Mercantile Exchange (CME), seit den 1970er Jahren nur marginal erhöhten, verzwanzigfachten sich im gleichen Zeitraum die Dieselpreise von 13 Cent/Gallone auf heute 2,80 $/Gallone. Wenn diese Werte auch nicht automatisch auf den Fleischmarkt übertragen werden können, eine Preisanpassung steht dennoch bevor.

Dafür werden u. a. geplante Ökoauflagen sorgen. Um 1 kg Rindfleisch zu produzieren, werden z. B. 15.500 l Wasser gebraucht! Zum Vergleich: Bei Schweinefleisch sind es 5.000 l und bei Weizen nur 1.300 l.
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Jens Holtmann
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Jens Holtmann ist anerkannter Spezialist für professionellen Einkauf und Leiter der Einkäufer-Akademie. Er entwickelt seit 1993 praxistaugliche Erfolgskonzepte für den Einkauf in allen Branchen und Firmengrößen.
In unserem Einkaufs-Team ist meine Position auch personalorientiert: Im „Einkaufsmanager” finde ich gute Anregungen, z. B. der Artikel "Führungspraxis" in einer der letzten Ausgaben. Dabei sind die Themen kurz, prägnant und mit anschaulichen praxisnahen Beispielen aufbereitet. Dank dem übersichtlichen Inhaltsverzeichnis auf der ersten Seite findet man sich und seine eigenen Schwerpunkte schnell wieder. Bei uns nutzt unser ganzes Einkaufs-Team intensiv den „Einkaufsmanager” und jeder findet dabei die passenden Informationen für seinen Bereich.
Gabriele Bellen, Lti DRiVES GmbH, Unna
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