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Studie: Milliardenverluste abwenden

veröffentlicht am 05.11.2011
Auf 35 Milliarden Euro beziffert die Managementberatung Oliver Wymanden den Verlust im Einkauf. Pro Jahr! Für ihre Studie „Purchasing Best Practice Benchmarking“ wurden 300 Einkaufsleiter deutscher Industriebetriebe befragt. Details aus dieser Studie stellt Ihnen heute der Einkaufsmanager vor:

Die 4 Kernaussagen im Überblick:

  1. Knapp 67 % bewerten ihre Abteilung als eindeutig unterentwickelt.
  2. Nur 14 % sind mit ihrer Leistungsfähigkeit zufrieden.
  3. Weniger als 50 % überprüfen ihre Beschaffungen regelmäßig auf Kostensenkungspotenziale.
  4. Über 75 % sind nicht in F&E-Projekte eingebunden.

Der Technikfokus

Verantwortlich für die Misere macht die Agentur u. a. historische Entwicklungen. In den meisten Unternehmen (nicht nur in Deutschland) seien Einkaufsabteilungen quasi als notwendiges Übel entstanden, weil die Tüftler und Ingenieure bestimmte Teile und Materialien benötigten.

Maverick Buying verbreitet

Oft genug hätten sie sich diese gleich selbst besorgt. Als berüchtigtes Maverick- Buying ist diese Beschaffungsmethode bis heute noch immer weit verbreitet. Da verwundert es kaum, dass es ebenfalls bis heute kaum klare Vorgaben gibt, was einen guten Einkäufer ausmacht, über welche Fähigkeiten der Mann oder die Frau also verfügen muss.

Der Feuerwehrmann vom Dienst

Die Studie legt den Finger auch in eine andere Wunde. In den Executive-Etagen der meisten Unternehmen erinnert man sich an den Einkauf nur, wenn es brennt (z. B. in Krisenzeiten). Dann soll der Einkauf die geforderten Einsparungen im Eiltempo durchboxen. Was ihm meist auch gelingt.

Feuerwehraktionen entspannen die Lage aber nur für den Augenblick; tragfähige Strukturen werden dadurch nicht geschaffen. So fehlen in den meisten Einkaufsabteilungen beispielsweise verlässliche und transparente Kenngrößen, wie sie in der Produktion gang und gäbe sind (Durchlaufquoten, Ausschuss, Maschinenauslastungen usw.).

Ein neuer Einkauf muss her!

3 Sätze durchziehen die ganze Studie:
  1. In vielen deutschen Unternehmen wird die Bedeutung des Einkaufs nach wie vor unterschätzt.
  2. Dass der Einkauf immense Bedeutung für den Unternehmenserfolg hat, bleibt noch immer weitgehend unberücksichtigt.
  3. Oft wird der Einkauf lediglich als ausführendes Organ gesehen, statt ihn als wesentlichen Ergebnistreiber aufzuwerten.

Wie geht es besser?

Die Ersteller der Studie belassen es aber nicht bei Diagnosen, sie machen auch Therapievorschläge. Um die Leistungsfähigkeit des Einkaufs nachhaltig zu steigern, empfehlen sie z. B., ihn auf Vorstands- beziehungsweise Geschäftsführerebene anzusiedeln. Zumindest müsse er in der Wertigkeit der Forschung und Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb/Marketing gleichgesetzt werden.

Empfohlen wird außerdem,

  • alle Einkaufsaktionen (auch von C-Artikeln) immer als Prozess zu begreifen und entsprechend weiterzuentwickeln,
  • bei der Einführung neuer Tools über die technischen Highlights die Mitarbeiter nicht zu vergessen (Vorbehalte durch Schulungen und Überzeugungsarbeit abzubauen u. Ä.),
  • dass Global-Sourcing-Strategien nur dann sinnvoll sind, wenn sie auch von Einkäufern umgesetzt werden, die ein sehr gutes Business-Englisch sprechen.
Beachten Sie: Natürlich wird in der Studie auch immer wieder betont, wie wichtig es ist, den Einkauf frühzeitig in die Produktentwicklung einzubinden.
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Die Gewinnsteigerungs-Offensive im Einkauf 2012:
  1. Erfolgreiche Einkaufsverhandlungen
  2. Preiserhöhungen abwehren (inkl. 3 Musterbriefe)
  3. Lieferantensuche 3.0
  4. Lieferanten bewerten

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