Hier ein paar Büromaterialien, da ein neuer Bildschirm – viele Mitarbeiter sind sich gar nicht bewusst, dass sie ihrem Unternehmen finanziellen Schaden zuführen, wenn sie Einkäufe ohne Wissen oder Einwilligung des Einkaufs tätigen.
Die eigenmächtige Beschaffung von Materialien oder Dienstleistungen außerhalb standardisierter Beschaffungswege hat sogar einen Namen: Dieser Vorgang wird im Beschaffungsmanagement als Maverick Buying bezeichnet.
Da Maverick Buying eine finanzielle Belastung für Unternehmen darstellt, sollten Maßnahmen eingeleitet werden, die den wilden Einkauf unterbinden. Unternehmen haben nicht umsonst einen professionellen Einkauf mit speziell ausgebildetem Personal.
Der Einkauf verfügt über Fachwissen sowie abgestimmte Prozesse, um durch Preisvergleiche, Preisverhandlungen, größere Stückzahlen und Preisvorteile durch Rahmenverträge bessere Preise zu erzielen. Diese Leistung können einzelne Personen gar nicht leisten, wenn sie durch eigenständiges Handeln den Einkauf umgehen.
Doch bevor Maßnahmen gegen das Maverick Buying ergriffen werden, sollten die Gründe dafür genau untersucht werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Unkenntnis und Unzufriedenheit.
Zu unkontrollierten Beschaffungen aus Unkenntnis kann es kommen, wenn die Mitarbeiter eines Unternehmens, nur wenig über die Einkaufsabteilung wissen, ihre Ansprechpartner im Einkauf nicht kennen oder es im Unternehmen keine klar formulierten Regeln bezüglich des Einkaufs gibt. Der Grund für Maverick Buying kann aber auch in der Unzufriedenheit mit der Leistung des Einkaufs liegen.
Besonders häufig werden langwierige, komplizierte und aufwändige Prozesse, sowie geringe Flexibilität und mangelndes Vertrauen in den Einkauf genannt.
Ist der Grund für das Maverick Buying mangelnde Kenntnis über den Einkauf kann das Problem relativ einfach ohne großen Aufwand gelöst werden. Dann reicht meist ein deutlicher Verweis auf die Einkaufsabteilung aus, um das Maverick Buying zu stoppen. Außerdem können verbindliche Regeln für alle Mitarbeiter von der Geschäftsleitung verabschiedet werden, die dafür sorgen, dass keine Bestellung ohne Einwilligung des Einkaufs getätigt werden darf.
Sobald sich dieser Leitsatz in den Köpfen der Mitarbeiter etabliert hat, dürften alle Bestellungen in Zukunft über den Einkauf abgewickelt werden und das Maverick Buying deutlich zurückgehen. Komplizierter wird es, wenn Unzufriedenheit Grund für das Maverick Buying ist. Dann müssen die Abläufe und Strukturen des Einkaufs modifiziert und die Transparenz gegenüber den Mitarbeitern erhöht werden.
Die konsequente Unterbindung von Maverick Buying führt in den meisten Fällen zu einer deutlichen Senkung der Einkaufskosten. Schon einfache organisatorische Maßnahmen genügen oftmals um positive Auswirkungen zu erwirken. Denn ohne Maverick Buying kümmern sich wieder diejenigen um die Beschaffung von Material und Dienstleistungen, die etwas davon verstehen: kompetente Einkaufsmanager.
Weitere Themen, die Sie interessieren könnten: Lieferantenverzeichnis, Zentraleinkauf, Lieferverträge, Lieferantenbewertung.