In diesem Beitrag erfahren Sie, welche internationalen Zahlungsmodalitäten (payment terms) welche Bedeutung haben und welche Risiken für Sie bestehen.
1. COD – Cash on Delivery (Zahlung bei Lieferung): Bei der Wahl von COD fehlt das uneingeschränkte Vertrauen zum Importeur. Die Bezahlung erfolgt direkt nach Erhalt der Lieferung, ohne Qualitätsprüfung – quasi im Nachnahmeverfahren. Es besteht jedoch ein Restrisiko bei Nichtannahme der Lieferung durch den Importeur.
2. Clean Payment (Zahlung gegen einfache Rechnung): Dies ist die beste Zahlungsbedingung für Sie als Importeur. Die Lieferung erfolgt ohne jede Sicherheit für den Exporteur und wird vom Importeur erst nach Lieferung, Erhalt der Rechnung, nach Prüfung der Qualität und nach Ausnutzung des vereinbarten Zahlungszieles bezahlt.
Beachten Sie: Der Lieferant (Exporteur) trägt die Kreditkosten und das Kreditrisiko und verzichtet auf jegliche Zahlungsabsicherung.
3. CBD – Cash before Delivery (Vorauszahlung): Die ungünstigste Klausel für Sie. Andere Namen dafür sind „Advance Payment“ oder auch „CIA / Cash in Advance“. Sie zahlen den kompletten Warenwert vor der Lieferung. Vorsicht bei neuen Lieferanten!
4. Payment on Account (Anzahlung): Hier ist es in der Regel üblich, dass der Lieferant eine Bankgarantie als Sicherheit zur Verfügung stellt.
5. C/D (auch CAD) – Cash against Documents (Zahlung gegen Dokumente); üblich ist auch die Bezeichnung „D/P – Documents against Payment".
Diese wohl häufigste Zahlungsmethode bei Auslandsgeschäften ist eine Art Dokumenten- Inkasso. Die Ware wird vom Exporteur nicht unmittelbar zu Ihnen geliefert, sondern an das Lager der importierenden Spedition oder an ein Zolllager. Die Dokumente gehen von der einreichenden Bank des Exporteurs (Remitting Bank) an die Inkassobank des Einkaufs (Collecting Bank). Sie erhalten die Ware nur dann, wenn Sie – nach der Zahlung – die von der Inkassobank freigegebenen Original-Dokumente vorlegen können.
Beachten Sie: Die Ware muss komplett vor der Prüfung auf Mängel bezahlt werden. Bei späteren Reklamationen kann das Schwierigkeiten geben. Vorteile sind die kostengünstige Abwicklung und das lange Zahlungsziel, beispielsweise bei langem Seetransport.
6. D/A – Documents against Acceptance (Dokumente gegen Akzept): Wie C/D, jedoch mit dem Unterschied, dass der Importeur ein Zahlungsziel erhält. Die Dokumente bekommen Sie von der Inkassobank schon vor der Zahlung ausgehändigt. Hier fehlt für den Exporteur die Gewähr wie bei Cash against Documents, wo der Importeur die Dokumente erst ausgehändigt bekommt, nachdem er gezahlt hat. Diese Sicherheit hat er bei D/A nicht, da er hier die Dokumente schon bei Abgabe eines Zahlungsversprechens erhält, aber eine Sicherheit über die Liquidität des Importeurs fehlt. So könnte am Tag der Fälligkeit der Zahlung das Konto des Importeurs keine ausreichende Deckung aufweisen.
Beachten Sie: Die Inkassobank kann zur Sicherheit vom Importeur einen Wechsel (Akzept) verlangen. Im Normalfall wird das Akzept von der Inkassobank dem Exporteur über die Einreicherbank als Sicherheitsnachweis weitergeleitet und verbleibt bei der Inkassobank, bis die Zahlungsfälligkeit eintritt.
7. L/C – Letter of Credit (Dokumenten- Akkreditiv): Nur hier gibt es Sicherheit für beide Parteien. Der L/C ist eine Verpflichtung einer vom Importeur bestimmten Bank, nach Übergabe der vertraglich vereinbarten Dokumente die vom Exporteur berechnete Rechnungssumme zu zahlen. Erst nach der Zahlung erfolgt die auf diese Art für den Exporteur abgesicherte Lieferung.
Aber auch der Importeur ist abgesichert, da die Zahlung durch seine Bank erst erfolgt, wenn der Exporteur alle Verpflichtungen gemäß den Akkreditiv-Bedingungen nachweisen konnte. Allerdings trägt das Kreditinstitut ein Risiko, falls der Importeur die Dokumente nicht auslösen sollte.
Beachten Sie: Das Pre-Shipment-Muster ist auch hier sinnvoll. Es gibt darüber hinaus noch zahlreiche Abwandlungen und auch individuell vereinbarte Klauseln, wie z. B.: Zahlung 30 Tage nach dem Datum der Versandpapiere (30 days after date of Bill of Lading = B/L ).
Weitere Themen, die Sie interessieren könnten: Lieferantenverzeichnis, Zentraleinkauf, Lieferverträge, Lieferantenbewertung.